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Südafrika Neuling (Allgemein)

Jan-Peter, Montag, 20. Oktober 2014, 04:48 (vor 1217 Tagen) @ Reinhold

Amen!
appropos Viren und treiben: Aufpassen, Captain, nicht soviel in Gewaessern rumschippern, insbesondere nicht in Westafrikanischen.

Reinhold

Moin Reinhold,
ich bin als junger Mann einige Jahre in Westafrika herum geschippert. Es war eine anstrengende und schöne Zeit. Könnte ein Buch darüber schreiben. Wenn ich heute mit ehemaligen Kollegen darüber kommuniziere, dann gibt es auch ein besonderes Fazit:
Man kann die tatsächlichen Begebenheiten nur mit Leuten besprechen, die tatsächlich da waren, weil "Nichtwisser" den Großteil als Seemannsgarn abtun.

Ich erinnere daran, dass es damals zwar den Tripper und extrem selten andere Krankheiten gab. Besonders HIV/Aids war unbekannt. Kann mich einmal an einen Cholera Ausbruch erinnern, gegen den wir kurzfristig in Abidjan geimpft wurden.

Kann mich an Lagos erinnern, wo niemand gerne an Land ging. Erinnere mich mit Freude und Grinsen an Douala.

Schon zurück gekehrt als Offizier waren die guten Zeiten vorbei. Die Gefährlichkeit an Land sowie in den Häfen war ganz anders. Die späteren Schilderungen, von denen ich keine Ahnung habe, waren nur unangenehm.
Nach Ägypten und Nigeria würde man mich nicht für sehr viel Geld locken. Jeder Seemann, der einmal dort war, wird es bestätigen. Die Vorgänge an der Elfenbeinküste haben mich entsetzt. Es war so ein gutes Land mit freundlichen Menschen und dann wird es durch Politik kaputt gemacht.
Mozambik und dabei die Hauptstadt Lorenzo Marques kenne ich noch unter diesem Namen und nicht als Maputo. Da herrschten noch die Portugiesen mit sehr harter, aber erfolgreicher Hand. Schaut man sich die Bilder, die Vorgänge um die aktuellen Wahlen, die nie überwundene Revolution, die kaputte Wirtschaft jetzt in TV-Berichten an, dann gibt es von meiner Seite nur die Resignation nach einem verlorenen Paradies. Es war auch ein etwas fragwürdiges Paradies für sehr viele weiße Südafrikaner, die in ein Nachbarland reisten, wo es keine Apartheid gab.

Noch 2008 war ich für 2 Monate an der tunesischen Küste, Bizerte und auch Tunis. Was ist da inzwischen passiert. Kein Interesse von meiner Seite. So wie ich eh nicht in Länder möchte, wo die Religion eine dominierende Rolle spielt.
Ich habe meinen Gott und besonders als Seemann hilft der schon sehr häufig. Aber der will nicht andere Menschen von sich überzeugen, schon gar nicht mit Gewalt.
Der will auch keine Schwulen, Lesben umerziehen, oder kinderfickende Priester verteidigen. Mein Gott bietet Hilfe und Trost und dem geht Politik den Buckel runter. Der segnet keine Waffen und auch keine Fußballspieler.
Mein Vater, auch Seemann, sagte vor ganz vielen Jahren zu mir: Es gibt einen Gott, Du wirst es merken. So it is.

Nein, für mich bleibt seit 1968 das Kap ein ganz wichtiger Anlaufpunkt. Es gibt ganz sicher genügend zu meckern und zu beklagen. Das "Afrika-Light" genügt uns.
Letzte Woche waren wir im südlichen Namibia, Verstehe schon, wie einige Leute auch dort eine Art Kapstadt-Virus einfangen. Aber gegen einen Namibia-Virus macht gerade dieser Kapstadt-Virus immun.

Afrika ist natürlich Landschaft und Natur, sowie die Wärme, vielleicht auch die Hitze. Es sind aber überall zuerst die Menschen, welche das Urteil beeinflussen. Wenn diese Menschen sich gedanklich verführen lassen, dann ist das eigentlich nie gut. Wir als Deutsche mit Geschichtsbewusstsein sollten das zuerst wissen.

Ich berichte immer noch gerne im privaten Rahmen von den schönen Seiten. Klar, nicht alles ist Großartig, aber das gehört in unserem Leben dazu.
Wer am Ende seiner Tage sagt, ich habe so vieles gewollt und nicht gemacht, der hat selbst Schuld. Ist einfach, für mich, ein Idiot.
Wer nach Afrika reist und beklagt, dass die Bildzeitung nicht auf dem Frühstückstisch liegt, der sollte immer in seinem eigenen Kraal bleiben.

Hätte wohl nur schreiben sollen - Keine Angst, Kapstadt ja, Westafrika nein. ;)
Jan-Peter

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Zitat aus dem Buch "DON'T PANIC!": Developed countries are, simply put, boring. I'd never live in a country where there is more chance of you killing yourself than someone else killing you. Jonathan Hoch, Johannesburg


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