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Kriminalität (Allgemein)

Jan-Peter, Donnerstag, 25. September 2014, 07:21 (vor 1242 Tagen)

Moin,
vor ein paar Tagen wurden die offiziellen Statistiken zur "Crime Rate" in Südafrika veröffentlicht - jährlich.

Im Vorweg berichtete man von reduzierten Verbrechen. Das war typisch Presse. Nur Teilaspekte waren verbessert, der Rest sehr traurig.

Jeden Tag 47 Morde! Meist in armen Bereichen und vor allem ging es im letzten Jahr um "Gang related killings". Also um Bandenmorde.

Gauteng ist am Schlimmsten von Kriminalität betroffen und eben im TV wurde dazu diskutiert. Viele Beiträge per Telefon.
Ein Beitrag macht mich betroffen. Da will eine Frau mehr weiße Polizisten, weil in Ihrem Township bekannt ist, dass gerade die Polizei an der Kriminalität maßgeblich beteiligt ist.

Mein Ansatz wäre an einem anderen Punkt.
Erziehung, Schule, Ausbildung versagt. Es geht bei den Eltern los. Wie sagte man in meiner Jugend: "Der Fisch stinkt vom Kopf".
Das beinhaltet in diesem Land auch die Politik.
Die Selbstbedienungsmentalität ist sehr heftig. Beispiele in allen Bereichen findet man jeden Tag. Groteske Situationen wenn für absolute Top - Jobs, die abgeschlossene Ausbildung gefälscht wird. Bis hin zum Matrik (Abitur). Offensichtlich wird nur die Spitze der Eisberge entdeckt.

Die Regierungspolitik hat bei der Bekämpfung der Armut kläglich ins Klo gegriffen.
In vielen Gemeinden fliegt diese Geschichte den Lokal- und Provinzpolitikern um die Ohren. Es gibt weitaus mehr Proteste als zum Ende der Apartheid.

Wer weiß, vielleicht kapiert man irgendwann, wer da im fetten AMG Mercedes, BMW M ?, Audi Q ?, Landrover ?, die Leute von der Strasse und teilweise über die Kühlerhaube jagt. Wer da Bodyguards mit Blaulicht durch die Lande jagt, die bis zum Schusswafengebrauch die Bahn frei machen, weil mal wieder typisch südafrikanisch nur ein Schminkspiegel im Auto ist, dafür der Rückspiegel nicht nach hinten, sondern zum eigenen Gesicht gedreht wurde.

Was ist mir denn da passiert? Eklig langer Satz. :D

Noch mal zum Thema. Bisher werden Kriminelle schon mal mit dem brennenden Reifen um den Hals auf die Strasse geschickt. Es werden die Privathäuser von Bürgermeistern angezündet. Vieles mehr in dieser Richtung und die Emanzipation ist weit fortgeschritten. Wenn es um organisierte Verbrechen geht, sind immer Weiber dabei, die gefasst werden.

Der normale Bürger ist weiterhin sehr freundlich, sehr hilfsbereit und zuvorkommend. Dieses Grundpotential wird nicht gut genutzt.

Jan-Peter

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Zitat aus dem Buch "DON'T PANIC!": Developed countries are, simply put, boring. I'd never live in a country where there is more chance of you killing yourself than someone else killing you. Jonathan Hoch, Johannesburg

Kriminalität

asango ⌂ @, Falkland islands, Donnerstag, 25. September 2014, 11:25 (vor 1242 Tagen) @ Jan-Peter

crime :)
[image]

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Der Deutsche fährt nicht wie andere Menschen. Er fährt, um Recht zu behalten. Kurt Tucholsky

Kriminalität

Battli @, Somerset West / RSA, Donnerstag, 25. September 2014, 12:11 (vor 1242 Tagen) @ asango

Hi! Mal ganz lokal. Aus dem "Bolander" vom 24. September 2014:
Morde in Paarl +20%; Somerset West +75%; Stellenbosch +8%; Strand +30%. Versuchter Mord in Paarl +125%; Somerset West +55,56%; Stellenbosch +30%; Strand - 5,56%. Car Hijacking in Paarl -66,67%; Somerset West über +500% (!); Stellenbosch +42,56%; Strand +600% (!).
Persönlich 1: 6 Typen schlagen mich am Samstag 10 May in Eersterivier, morgens um 10 Uhr zusammen. Darunter zwei Taxidriver. Mein Claim war Nummer 362 in Kleinvlei. Der Claim wurde geschlossen am 14 May. Kommentar? Inzwischen hat sich einer der Beteiligten die Kugel gegeben und einer der Beteiligten wurde erdosselt aufgefunden. - Nee, ich habe nichts damit zu tun!
Persönlich 2: Mein Haus in Eersterivier stand beim Besitzerwechsel 6 Tage leer. In dieser Zeit wurden alle Kupferrohre im Dach geklaut, drei Fenster und eine Nebentür demoliert, die Decke im Badezimmer aufgerissen, der Wasserhahn im Garten geklaut. 74 Kl Wasser sind im Sand versickert - ich hab's bezahlt... Die Anzeige machte ich in Kleinvlei am 25.08.2014. Case Nummer war 634. Ermittlung begann eine Woche später...
Egal, aber wenn so viele Fälle auf die Pulte der Detective eintreffen, kann bei dem jetzigen Personalbestand gar nicht effektiv gearbeitet werden. Deshalb ist die Aufdeckungsziffer auch sehr niedrig, man muss sich auf das "Wesentliche" (Morde etwa) beschränken.
Hurra, wir sind sicher!
Cheers, Battli

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Cheers
Battli

Kriminalität

OlympusAnna, Montag, 29. September 2014, 16:14 (vor 1238 Tagen) @ Jan-Peter

Der Hauptgrund weshalb Südafrika eine so hohe Kriminalitätsrate hat, ist leider die große soziale Ungleichheit und die extremen Gegensätze von armen (meist Schwarzen) und reichen Bürgern in den Städten.

Kriminalität

Battli @, Somerset West / RSA, Dienstag, 30. September 2014, 12:13 (vor 1237 Tagen) @ OlympusAnna

Hi OlympusAnna!
Deine Meinung in Ehren - ist aber reiner Bullshit. Betrachtet man Western Cape, besonders Cape Town und Suburbs, kann man folgendes feststellen:
Vor zwölf Jahren sprach in Kapstadt und Umgebung kaum jemand was anderes als Afrikaans und/oder Englisch. Heute ist alles von der Sprache isiXhosa beherrscht. Warum? – Weil der ANC jeweils vor den Wahlen Hunderttausende (!) aus ihren angestammten Wohn- und Arbeitsstätten in Eastern Cape nach Western Cape karrt und mehr schlecht als recht ansiedelt, um Stimmen zu generieren.
Die Armut ist importiert. Die Leute haben ihre Wurzeln verloren und verfallen zu grossen Teilen in Lethargie. Aber etwas muss man auch anfügen: Die zugezogenen Leute aus Eastern Cape sind eher arbeitswillig als die ansässigen Schwarzen und Farbigen, die sind durchwegs einfach faul. Auch da gibt es Ausnahmen, klar, aber die fallen eben nicht auf. Das Gefälle von „Arm“ und Reich“ ist von der herrschenden Partei (ANC) geschürt und konstruiert!
Auf der Tagesordnung der sich als beste Partei aller Zeiten brüstenden, steht zuoberst die Unregierbarmachung von Western Cape. Warst du schon mal an einer Kundgebung dabei – oder zufällig da hinein geraten? – Nun, da sind kaum Capetonians oder Leute von Western Cape-Ursprung dabei. Da sind oft gar bezahlte Element darunter, die den Mob steuern und die Lautstärke bestimmen. So ist es denn auch nicht Volkswille, wenn die Xenophobie mal wieder um sich greift. Aus Eifersucht, weil der Nachbar (er ist Indischen oder Somalischen Ursprungs) mit seinem Lebensmittelgeschäft (geöffnet von 06:00am bis 09:00pm) es zu einem gewissen Wohlstand gebracht hat. Sind diese Einkaufsmöglichkeiten mit einem von Aussen angezettelten Xenophobie-Angriff beseitigt, erwachen die Bewohner wieder und fragen sich, woher sie die Lebensmittel her bekommen können. Auch diese Unruhen wurden angezettelt, es sind nicht die dort Lebenden.
Was ist Armut? Verlust der Wurzeln beispielsweise. Hunger, keine Unterkunft. Diese Armut gibt es selten. Schon mal in Khayelitsha gewesen? Dort an der N2 wo „Villen“ auf und über den Hügel gebaut sind? Ach die armen Leute… Aber, die grössten Verschläge beherbergen ein Auto. Die Wohnstellen sind klein, aber man lebt ja eh im Freien. Die Hütten sind mit allem Komfort ausgestattet, teilweise sind sie gar vermietet an Dritte! Warum die Bewohner diese Art von Behausung allen anderen Möglichkeiten bevorzugen? – Man bezahlt keine Steuern, elektrische Energie ist umsonst, Wasser ist umsonst, Entsorgung ist umsonst…
Aus allen diesen Hütten könnte man mit etwas körperlichem Einsatz und Hirn, sehr wenig Geld und etwas Gemeinschaftssinn (ausserhalb der subkulturellen Saufereien) gute Wohnstätten machen. Doch nicht mal den Dreck vor der Tür sind die ach so armen Bewohner im Stande weg zu kehren – sie sind zu faul dazu.
Dies mein Kommentar, wer noch mehr wissen will, der kann sich gerne per PN melden. Ich öffne gerne geschlossenen Augen!
Cheers, Battli

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Cheers
Battli

Kriminalität

Jan-Peter, Dienstag, 30. September 2014, 16:00 (vor 1237 Tagen) @ Battli

Moin,
klar ist der Unterschied von Arm und Reich ein wichtiges Thema.

Genauso wie die Tatsache, dass der ANC schon vor dem Ende der Apartheid viele arme Menschen ins Western Cape gelockt hat, um einfaches Stimmenpotential für Wahlen zu gewinnen. Dazu gehört auch ständig der Versuch Missstimmung zu erzeugen, damit es ähnliche Proteste wie in anderen Provinzen gibt.

Die schrecklichen Vorbrechen gegen Ausländer - schwarzer Hautfarbe - der Ausländerhass lässt die Argumentation von Battli nur unterstreichen.

Aber es geht auch anders:
Ich hatte für Malarbeiten und Umbauten erneut Johannes eingesetzt. Vor vielen Monden in Ceres geboren ist er ein Farbiger, der sehr an einen Buschmann/KhoiSan erinnert.

Sehr gottesfürchtig und anständig hat er mir gerne von seiner Begeisterung für die DA berichtet.
Nun hatte er seinen Sohn und einen Plumber - sehr jung -, zur Hilfe eingesetzt- Ich habe jeden Tag seine Wünsche zur Entlohnung in cash übergeben.
Die Männer waren am Freitag zeitweise alleine im Haus und am Montag entdeckte ich, dass mein Smartphone und Tablet verschwunden waren.
Ich habe Johannes am Abend eine SMS geschickt und gesagt, dass er als Boss für den Diebstahl verantwortlich ist.
Heute um 07.00h schleppte er den Plumber an. In der Hand meine mir wertvollen Utensilien. Die Entschuldigungen von beiden habe ich angenommen.

Eine zu dem Zeitpunkt besuchende südafrikanische Freundin wollte das nicht fassen.

Ich hatte mit Glück, zu Recht, auf die Ehrlichkeit eines älteren farbigen Mannes gesetzt. Mein ursprünglich dämliches Vertrauen ist teilweise hergestellt. Natürlich werde ich in Zukunft vorsichtiger sein.

Meine Meinung, dass grundsätzlich in der Erziehung, Schulbildung und Ausbildung irre Fehler gemacht werden, wurde sogar bestärkt.
In ganz vielen Bereichen geht es ohne Moral um den kleinsten Vorteil des Einzelnen. Es werden für Minimalbeträge Sachen gestohlen, nur weil man daran herankommt.

Ach ja, noch ein Beispiel:
Man versuchte zur schnellen Durchquerung von Khajelitsha eine gute Teerstraße zu bauen. Man baute von Montag bis Freitag und hatte etwas über 3 km neue Straße hergestellt. Als am Montag die Arbeiten fortgesetzt werden sollten, war der bisherige Bauabschnitt verschwunden.
Woher weiß ich das? Einem Freund, der im Baugewerbe für den Staat beschäftigt ist, wurde wunderbar Teer aus recyceltem Material zum Kauf angeboten. Misstrauisch wegen der hervorragenden Qualität wurde der Weg des Materials heraus sondiert.

Die Straße ist nicht gebaut worden.
Jan-Peter

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Zitat aus dem Buch "DON'T PANIC!": Developed countries are, simply put, boring. I'd never live in a country where there is more chance of you killing yourself than someone else killing you. Jonathan Hoch, Johannesburg

Kriminalität

Battli @, Somerset West / RSA, Mittwoch, 01. Oktober 2014, 20:25 (vor 1236 Tagen) @ Jan-Peter

Hi Jan-Peter!
Mir ist es nicht so gut ergangen. Habe ich schon darüber berichtet? Tu es trotzdem an dieser Stelle!
Ein Häuschen in Eersterivier ist jetzt mein. Der Vorbesitzer hat es vermietet, ich habe es vor der Übertragung gemietet, weil ich Boeses befürchtete. Zu Recht, wie sich herausstellte. Denn das Häuschen stand sechs (6) Tage leer. Während dieser sechs Tage wurde der Wasserhahn im Garten geklaut. Das Wasser lief Zwei Nächte und einen Tag. 74 kl sind so im Sand versickert. Zudem wurde durch das Dach eingebrochen, ein grosser Schaden an der Decke des Badezimmers war das Resultat - und sämtliche Kupferleitungen waren aus dem Dach verschwunden. Drei Fenster wurden demoliert, eine Seitentür zur Küche wurde durch die "Sicherheits Tür" hindurch demoliert. Der Ersatz und Reparatur aller Schäden kostete die Versicherung über R10'000. Da reisst es mir den Hut hoch. Wahrscheinlich wohnen (oder hausen) die Vandalen und Diebe in der Nachbarschaft. Quo vadis South Africa?
Einer unserer schwarzen Security-Leute, der aktiv House-Watching macht, wurde auf der Fahrt nach Hause am frühen Morgen im Zug beklaut. Sein "gewöhnliches" Cellphone wurde ihm mitten unter den Leuten abgenommen. Sein Blackberry wurde ihm wohl während des "Ablenkungsmanövers" aus dem Rucksack gestohlen.
Es muss nicht immer so laufen. Es gibt glücklicherweise auch Begebenheiten, wie du sie beschrieben hast.
Ich bewege mich etwas anders in SA als zB. in Namibia. Wohl deswegen, weil ich in NAM noch keine schlechten Erfahrungen gemacht habe mit Mitmenschen. Bisher hatte ich aber auch in SA wahrscheinlich einfach Glück (ausser den beiden Einbrüchen...).
Cheers, Battli

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Cheers
Battli

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