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grundsätzliches (Allgemein)

Jan-Peter, Montag, 10. November 2014, 19:21 (vor 1197 Tagen)

Moin,
Mich hatte der Weg von J. Zuma zum Präsidenten sehr früh interessiert.
Unabhängig von Fragen zu Korruption bis Vergewaltigung war es politisch gesehen nach meiner Meinung ein wahnsinniger Eiertanz, den auch sein Vorgänger Mbeki nicht wirklich bestanden hat.
Es geht um die grundsätzliche Richtung von ganz links, rechts oder irgend etwas dazwischen. Mbeki ist in Moskau geschult worden und es gibt sehr wichtige Unterstützer des ANC die aus kommunistischen Kreisen und aus sehr linken Gewerkschaften kommen.
Andererseits kann man nicht leugnen, dass diese Ideologie nicht zuletzt vor heute 25 Jahren eine grandiose Pleite erlebt hat.
Jeder weiß, um das Land wirtschaftlich zu stützen benötigt man Investitionen aus dem Ausland.

Also so eine Art Kapitalismus, mit Kommunismus für die Arbeiter, klappt irgendwie nicht. Man hat inzwischen ganz viel verloren, weil zum Teil blödsinnig gestreikt wurde. Bis hin zu den tragischen Umständen um Marikana.

Zuma hatte eine große Unterstützung von ganz links, bevor es an die Macht ging. Gleichzeitig war er vor seiner Wahl in London und den USA um den mächtigen Wirtschaftsmenschen alles mögliche zu versprechen.

Nun wurde die Gewerkschaft der Minenarbeiter - NUMSA - aus dem Oberverband - COSATU - ausgeschlossen. Es gab viele dreckige Geschichten davor.
Für mich zeigt sich damit das Dilemma von Zuma. Die NUMSA hat sich von ehemaligen Unterstützern zu Gegnern gewandelt. So ist es offensichtlich auch in Teilen des ANC. Auf allen Hochzeiten tanzen, Jedermann alles versprechen, geht bei Politikern immer dann in die Hose, wenn die Wege steiniger werden.
Es bleibt spannend. Jedenfalls für mich. ;)
Jan-Peter

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Zitat aus dem Buch "DON'T PANIC!": Developed countries are, simply put, boring. I'd never live in a country where there is more chance of you killing yourself than someone else killing you. Jonathan Hoch, Johannesburg

grundsätzliches

Battli @, Somerset West / RSA, Mittwoch, 12. November 2014, 08:25 (vor 1195 Tagen) @ Jan-Peter

Hallo Jan-Peter!
An anderer Stelle habe ich mich ja mal über die bevorstehende frühzeitige Ablösung von JZ ausgelassen. Wie ich von eingeweihter Stelle mitgeteilt bekommen habe, läuft der Prozess zwar - aber langsam, sehr langsam. Insbesondere erstaunlich, weil omnipräsente Präsidente wieder mit den aufgewärmten Korruptionsvorwürfen konfrontiert wurde. Was daraus wohl wird?
Cheers, Battli

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Cheers
Battli

grundsätzliches

Jan-Peter, Mittwoch, 12. November 2014, 18:31 (vor 1195 Tagen) @ Battli

Moin Beat,
Heute wurde verlautbart, dass im Grunde alle Opositionsparteien zusammen die frühzeitige Ablösung des Teflon Mannes anstreben.
Na ja, das ist deren Job, aber so detailiert, mit so vielen Argumenten gab es das noch nicht.

Ich denke die Abwesenheit im Parlament, die Sprachlosigkeit bei zunehmenden Gegenwind. Die Fragen nach der Herausgabe der sog. Spy Tapes, welche damals zur Ablehnung eines Gerichtsverfahren geführt haben, vieles spricht für einen Mangel an Souveränität.
Die Opposition ignorieren ist auf Dauer nicht der richtige Weg.

Ich hoffe Du hast Recht. Die Mühlen malen langsam, aber unaufhaltsam.
Jan-Peter

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Zitat aus dem Buch "DON'T PANIC!": Developed countries are, simply put, boring. I'd never live in a country where there is more chance of you killing yourself than someone else killing you. Jonathan Hoch, Johannesburg

grundsätzliches

Reinhold @, Mittwoch, 12. November 2014, 19:22 (vor 1195 Tagen) @ Jan-Peter

Zuma wird irgendwann abgeloest, es sei denn, er und seine Clique finden eine Moeglichkeit, die Verfassung zu aendern und eine dritte Amtszeit einzulaeuten. Zur Zt. nicht moeglich, denn sie haben nicht die dafuer notwendige 2/3 Mehrheit, aber, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Und der Wille, an der Macht zu bleiben ist aeusserst ausgepraegt. Soll ja in Afrika gang und gebe sein, habe ich gehoert.

Gut, er wird abgeloest, wer folgt? Ramaphosa? Zumas ehem Frau, die AU Vorsitzende? Unscheinbar und Frau. Nicht wirklich in Betracht zu ziehen. Aller Voraussicht wird es Ramaphosa. Aber auch er wird nicht ohne die alten Seilschaften auskommen, sprich die Korruption in dem Masse bekaempfen koennen, wie es notwendig ist und, ganz wichtig, den ANC erneuern, weg von Sozialismus und Rassismus, hin zu Kompetenz und guter Regierung. Grosses Fragezeichen. Aber zumindest kann er besser reden, ist kein Analphabet und hat wohl seine persoenlichen Finanzen besser im Griff.

Also, die entscheidene Frage fuer mich ist , ob der ANC mittelfristig die Regierungsgewalt verliert? Meine Antwort : Nein! Warum?
Ein Schluesselerlebnisse dieses Jahr war fuer mich die Wahl im Mai. Ich haette meinen Traktor verwettet, dass der ANC eine wirklich deutliche Wahlschlappe erhaelt, so einen richtig vor den Latz geknallt kriegt. Die Anti-ANC Stimmung im Lande liess keinen anderen Schluss fuer mich zu. Proteste gegen schlechte Servicedelivery ueberall. Korruptionskandale, Vetternwirtschaft usw. Ich habe eine Wahlveranstaltung in East London besucht. Kein ANC Vertreter auf dem Podium. Die paar ANC Anhaenger im Publikum eher schuechtern und unauffaellig. Was haben letztendlich eingebuesst bei der Wahl? Lachhafte 3 %.
Meine Schlussfolgerung daraus: Die Einschuechterungsmaschinerie des ANC vor Wahlen laeuft wie geschmiert, zusammen mit kleinen Geschenken und Versprechungen an Wuerdentraeger (Pastoren,Chiefs) kann nichts wirklich anbrennen und nach meiner Meinung wird sich an diesem Zustand in naechster Zukunft nichts aendern. Ergo, sind fuer mich die Zukunftsaussichten dieses schoenen Landes eher duester, was mich frustriert, und dieser Frust bricht manchmal ungehobelt durch, sollte nicht sein, ich weiss, also Entschuldigung Jan-Peter.
Reinhold

grundsätzliches

Jan-Peter, Donnerstag, 13. November 2014, 00:06 (vor 1195 Tagen) @ Reinhold

Gut, er wird abgeloest, wer folgt? Ramaphosa?

Moin,
ich habe Ramaphosa sehr bewundert, als er nach der Apartheid die neuen Parlamentarier in eine Demokratie führte. Sehr ausgefeilt, sehr überlegt. Es war eine Freude die ersten Sitzungen im TV zu verfolgen.
Damals für weitere Meriten nicht die richtige Stammeszugehörigkeit. Heute???

Aber im Moment werden Ihm die Vorgänge um Marikana als politisch Verantwortlichen angekreidet. In Europa wäre das der Grund für ein politisches Begräbnis.

Wer weiß, vielleicht kommt irgendwann ein "Königsmörder" aus den Löchern. In D hat es auch lange gedauert, bis eine Angie die Birne ziemlich heftig angegriffen hat und damit den berühmten Hut in den Ring warf.
Es ist ja immer ein Zeichen für eine starke Führung, dass die potentiellen Nachfolger schon im Vorweg heftig weggebissen werden.
Auch der Mensch ist irgendwo ein Rudeltier... ;)
Jan-Peter

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Zitat aus dem Buch "DON'T PANIC!": Developed countries are, simply put, boring. I'd never live in a country where there is more chance of you killing yourself than someone else killing you. Jonathan Hoch, Johannesburg

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Reinhold @, Donnerstag, 13. November 2014, 04:41 (vor 1195 Tagen) @ Jan-Peter

findest du keinen Schlaf?
Fuer mich sind die fruehen Morgenstunden was ganz einmaliges hier draussen. Ruhe, Stille, bis auf heftiges Vogelgezwitscher, Frieden, die Sonne strahlt den feuchten Rasen an, herrlicher Duft...
Ramaphosa war ja Mandelas Lieblingsnachfolger. Mensch, er koennte doch schon mal ein paar Duftmarken setzen! So nach dem Motto: Ein Ruck geht durch das Land! Aber nein, Jeder versteckt sich hinter Jeden, nur um der Partei nicht zu schaden. Alles rueckgratlose Schlappschwaenze.
Reinhold

grundsätzliches

Jan-Peter, Mittwoch, 19. November 2014, 01:24 (vor 1189 Tagen) @ Reinhold

findest du keinen Schlaf?
Fuer mich sind die fruehen Morgenstunden was ganz einmaliges hier draussen. Ruhe, Stille, bis auf heftiges Vogelgezwitscher, Frieden, die Sonne strahlt den feuchten Rasen an, herrlicher Duft...

Tja,
wer so viele Jahre im Job maximal 5.5 Stunden Schlaf ohne Unterbrechung zur Verfügung gehabt hat, der schafft es meist nur nach riesiger Erschöpfung etwas länger zu schlafen.
Das ist das Los, wenn man nur wenige Meter vom Job schläft und 24/7 zur Verfügung sein muss.

Aber die oben beschriebenen Zeiten kennt man und genießt man trotzdem. Die letzte Gelegenheit hatten wir vor ein paar Wochen in Noordoever. Also in Namibia an der Grenze zu SA am Oranje.
Wer einen Tipp für magische Nächte möchte, dort findet man das.

Nachher darf ich wieder ein paar tausend Tonnen Schiffsgewicht mit einigen tausend Pferdestärken manövrieren. Das wiederum fasziniert meine beiden Passagiere.
So hat jeder seine Vorlieben. :P
Jan-Peter

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